Denver verbietet Foie gras, aber 3-Sternekoch Daniel Humm serviert sie wieder

Zwei US-Städte stimmen für ein Foie-gras-Verbot. Gleichzeitig sorgt Daniel Humm mit der Rückkehr der Stopfleber im Eleven Madison Park für Aufsehen.
November 6, 2026 | Text: Niko Zoltan | Fotos: Shutterstock, beigestellt

In den USA wächst der Widerstand gegen Foie gras. Bei den Abstimmungen am 3. November haben sich sowohl Denver als auch Washington, D.C., für Verkaufsverbote ausgesprochen. Während die Stopfleber damit aus weiteren Restaurantküchen verschwinden soll, hat Spitzenkoch Daniel Humm sie in seinem New Yorker Drei-Sterne-Restaurant Eleven Madison Park gerade erst wieder auf die Speisekarte gesetzt.

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In den USA wächst der Widerstand gegen Foie gras. Bei den Abstimmungen am 3. November haben sich sowohl Denver als auch Washington, D.C., für Verkaufsverbote ausgesprochen. Während die Stopfleber damit aus weiteren Restaurantküchen verschwinden soll, hat Spitzenkoch Daniel Humm sie in seinem New Yorker Drei-Sterne-Restaurant Eleven Madison Park gerade erst wieder auf die Speisekarte gesetzt.

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In Denver im US-Bundesstaat Colorado stimmten laut dem Wahlportal Ballotpedia rund 66,5 Prozent für die sogenannte Initiated Ordinance 311. Die Verordnung untersagt ab dem 1. Juli 2027 das Stopfen von Enten und Gänsen zur Lebervergrößerung sowie den kommerziellen Verkauf der daraus gewonnenen Produkte. Bei Verstößen drohen Geldstrafen zwischen 1.000 und 5.000 US-Dollar. Die Abstimmungsergebnisse sind noch vorläufig, die amtliche Bestätigung ist für den 24. November vorgesehen.

Nach Angaben des Lokalmediums Denverite betrifft die Entscheidung schätzungsweise 15 Restaurants, die Foie gras anbieten. Die Colorado Restaurant Association hatte sich gegen die Initiative ausgesprochen und vor zusätzlichen Einschränkungen für Gastronomiebetriebe gewarnt. Hinter dem Vorstoß steht die Tierschutzorganisation Pro-Animal Colorado.

Foie-gras-Verbot in den USA: Kalifornien als Vorreiter

Denver ist damit Teil einer Entwicklung, die sich über mehrere US-Städte erstreckt. Ein landesweites Verkaufsverbot auf Ebene eines Bundesstaates gibt es bislang allerdings nur in Kalifornien. Dort ist der Verkauf von Produkten aus der Stopfmast bereits seit Juli 2012 untersagt. Die Regelung wurde mehrfach gerichtlich angefochten, blieb aber grundsätzlich bestehen.

Auch in der US-Hauptstadt Washington, D.C., wurde am 3. November abgestimmt. Dort unterstützten nach vorläufigen Ergebnissen rund 73 Prozent die Initiative 86, die das Stopfen von Vögeln und den Verkauf entsprechender Produkte verbieten soll. Die Einführung ist für Juli 2027 vorgesehen. Allerdings stehen noch die Finanzierung der Kontrollen und die gesetzlich vorgesehene Prüfung durch den US-Kongress aus.

Daniel Humm bringt Foie gras zurück ins Eleven Madison Park

Ausgerechnet in New York sorgt die Delikatesse derzeit für eine weitere Debatte. Daniel Humm, der sein Eleven Madison Park 2021 vollständig auf pflanzliche Küche umgestellt hatte, serviert inzwischen wieder Foie gras. Ende September präsentierte das Restaurant auf Instagram ein mit schwarzem Trüffel und Stopfleber gefülltes Huhn als Bestandteil der aktuellen Speisekarte.

Für Kritik sorgte das insbesondere beim französischen Spitzenkoch Alexis Gauthier. In einem am 20. Oktober veröffentlichten Gastbeitrag für VegNews bezeichnete er die Entscheidung als Rückschritt für die Spitzengastronomie. Humm hatte noch 2024 gegenüber Food & Wine erklärt, traditionelle Luxusprodukte wie Kaviar, Kobe-Rind und Foie gras gehörten einer anderen Zeit an.

Spitzenkoch Daniel Humm lächelt in weißer Kochjacke vor einem kunstvoll verzierten Metallgitter.

Bereits im Oktober 2025 hatte Humm wieder tierische Produkte ins Menü des Eleven Madison Park aufgenommen.

Brisant ist die Rückkehr der Foie gras auch wegen der Rechtslage in New York. Die Stadt hatte bereits 2019 ein Verkaufsverbot beschlossen, dessen Umsetzung durch Klagen von Produzenten blockiert wurde. Im März 2026 entschied ein Berufungsgericht zugunsten der Stadt. Vollstreckt wird das Verbot bisher dennoch nicht, solange das Verfahren rechtlich nicht endgültig abgeschlossen ist.

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