Wie schmeckt. Wassernuss

Warum es sich lohnt, das Geheimnis dieser Nuss zu knacken.
November 5, 2026 | Fotos: Shutterstock

Mit zwei bis vier gebogenen Hörnern und einer dunkelbraunen, felsenharten Schale sieht die Wassernuss nicht unbedingt essbar aus. Bei ihrem Anblick denkt man eher an ein prähistorisches Fundstück oder eine Kreatur aus einer anderen Welt. Tatsächlich handelt es sich um ein Ur-Lebensmittel, das Menschen seit Jahrtausenden kennen.

Wassernuss geöffnet auf einer braunen Holzoberfläche

Mit zwei bis vier gebogenen Hörnern und einer dunkelbraunen, felsenharten Schale sieht die Wassernuss nicht unbedingt essbar aus. Bei ihrem Anblick denkt man eher an ein prähistorisches Fundstück oder eine Kreatur aus einer anderen Welt. Tatsächlich handelt es sich um ein Ur-Lebensmittel, das Menschen seit Jahrtausenden kennen.

Wassernuss geöffnet auf einer braunen Holzoberfläche

Botanisch als Trapa natans bekannt, treiben die gezackten Blattrosetten der Pflanze auf der Oberfläche bevorzugt stiller Gewässer. Archäologische Funde aus der Jungsteinzeit belegen, dass die Nuss einst ein unverzichtbarer Bestandteil des Speiseplans war – sogar ähnlich bedeutsam wie die Haselnuss. Mit der Zeit verlor die Pflanze bei uns an Bedeutung, während sie in Teilen Asiens nach wie vor fest zur Esskultur gehört.

In Deutschland steht die Wassernuss unter Artenschutz. In Österreich zeigt sich ein widersprüchliches Bild: Während sie etwa im Burgenland als stark gefährdet gilt, breitet sie sich in südsteirischen Fischteichen stellenweise so stark aus, dass sie gezielt zurückgeschnitten wird. Ob ihre Früchte gesammelt werden dürfen, hängt vom jeweiligen Standort und den dort geltenden Schutzbestimmungen ab.

Die wenigsten Mitteleuropäer dürften je eine Wassernuss probiert haben. Ihr heller Kern schmeckt trotzdem überraschend vertraut: roh leicht süßlich und dezent nussig, gegart weich und mehlig, beinahe wie eine Maroni. Gekocht oder geröstet entfaltet sie ein mildes, erdiges Aroma und passt als unaufdringliche Zutat in Suppen und Pürees – oder einfach mit etwas Butter und Salz auf den Teller. In Indien werden verwandte Arten zudem getrocknet und zu „Singhara Atta“ verarbeitet. Das glutenfreie Mehl wird vor allem während religiöser Fastenzeiten für traditionelle Fladenbrote verwendet.

Wer im Asia-Laden zu knackigen Wasserkastanien im Glas greift, erwischt allerdings meist etwas anderes: die Knolle von Eleocharis dulcis, einer botanisch völlig anderen Pflanze. Die echte Wassernuss ist hingegen eine selten gewordene Spezialität.

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