Herzig-Souschef Nicolas Dekimpe kocht sich ins internationale S.Pellegrino-Finale
Nicolas Dekimpe hat den Vorentscheid der Region Central Europe der S.Pellegrino Young Chef Academy Competition gewonnen. Der 23-jährige Souschef des Wiener Sternerestaurants Herzig setzte sich in Frankfurt gegen neun weitere Nachwuchsköche aus Deutschland und Österreich durch. Mit seinem Gericht „Nomadic Chef, The Taste of Becoming“ qualifizierte er sich für das internationale Finale 2027 in Mailand. Hinter dem Erfolg stehen Erfahrungen aus europäischen Spitzenküchen, viele zusätzliche Trainingsstunden und ein Chef, der ihm früh Verantwortung übertrug.
Nicolas Dekimpe hat den Vorentscheid der Region Central Europe der S.Pellegrino Young Chef Academy Competition gewonnen. Der 23-jährige Souschef des Wiener Sternerestaurants Herzig setzte sich in Frankfurt gegen neun weitere Nachwuchsköche aus Deutschland und Österreich durch. Mit seinem Gericht „Nomadic Chef, The Taste of Becoming“ qualifizierte er sich für das internationale Finale 2027 in Mailand. Hinter dem Erfolg stehen Erfahrungen aus europäischen Spitzenküchen, viele zusätzliche Trainingsstunden und ein Chef, der ihm früh Verantwortung übertrug.
Vom Praktikanten zum Souschef
Dekimpe wuchs nahe Brüssel auf. Schon mit etwa zehn Jahren begeisterte ihn, wie sich wenige einfache Zutaten in etwas völlig Neues verwandeln lassen. Mit 13 begann er seine Ausbildung an der Hotelschool Ter Duinen in Koksijde. Später führte ihn sein Weg ans Institut Paul Bocuse, das heutige Institut Lyfe, in Lyon. Erfahrungen sammelte er unter anderem im Alchemist in Kopenhagen, im Baumanière in Frankreich und in der Villa Lorraine in Brüssel. Im Juni 2025 führte ihn ein Praktikum nach Wien.
Nicolas, aus drei Monaten im Herzig wurde eine feste Position. Was hat dich zum Bleiben bewegt?
Nicolas: Ich habe schnell gemerkt, dass ich hier lernen, Verantwortung übernehmen und eigene Ideen einbringen kann. Zunächst wurde ich Chef de Partie, innerhalb von sechs Monaten bekam ich die Chance, Souschef zu werden. Für mich ist das Herzig inzwischen ein Projekt, in das ich mich persönlich einbringe. Sören und ich teilen dieselben Ambitionen und treiben uns gegenseitig an.
Sören, was hat dich an Nicolas überzeugt?
Sören: Seine Leidenschaft, sein Ehrgeiz und seine Bereitschaft, ständig dazuzulernen. Er möchte Dinge wirklich verstehen und arbeitet sehr genau. Handwerkliche Fähigkeiten sind wichtig, aber genauso entscheidend sind Einstellung, Disziplin und Persönlichkeit. Nicolas setzt Ideen nicht einfach um, sondern entwickelt eigene Ansätze und hinterfragt unsere Herangehensweisen.

Wie kam es zur Teilnahme an der S.Pellegrino Young Chef Academy Competition?
Sören: Wir wollten Nicolas die Möglichkeit geben, sich auf internationalem Niveau zu beweisen und seine eigene kulinarische Handschrift zu präsentieren. Mir ist wichtig, junge Talente auch über den Restaurantalltag hinaus zu fördern. Bei diesem Wettbewerb geht es um Kreativität, Persönlichkeit und darum, die eigenen Ideen vor einer hochkarätigen Jury überzeugend zu vermitteln.
Nicolas: Ich wollte etwas völlig Neues erleben, mich in einem ungewohnten Umfeld herausfordern und herausfinden, wie weit ich meine eigene Kreativität entwickeln kann. Ich liebe es, meine Komfortzone zu verlassen.
Welche Geschichte erzählt dein Siegergericht „Nomadic Chef, The Taste of Becoming“?
Nicolas: Mein Gericht erzählt meinen Weg in drei Kapiteln: Die Vergangenheit führt zurück zu meinen Kindheitserinnerungen an die belgische Nordseeküste. Die Gegenwart zeigen fünf Interpretationen der Langustine, inspiriert von Peru, Spanien, Frankreich, Indien und China.
Für die Zukunft kehre ich zu etwas Einfacherem zurück: einer Langustinen-Consommé. Nach den verschiedenen Techniken und Aromen steht sie für Klarheit. Es geht darum, zu verstehen, woher man kommt und welcher Koch man werden möchte.

Für das Wettbewerbsgericht standen fünf Stunden zur Verfügung. Wie habt ihr den Wettbewerbstag erlebt? Gab es unerwartete Schwierigkeiten?
Sören: Nicolas hatte während des Kochens technische Schwierigkeiten, die ihn zusätzlich unter Druck gesetzt haben. Er blieb konzentriert, fand Lösungen und verlor das Wesentliche nicht aus den Augen. Letztlich überschritt er das Zeitlimit um rund zehn Minuten. Das hat uns einige Nerven gekostet. Umso beeindruckender war, dass er trotzdem ein Gericht präsentieren konnte, das die Jury überzeugte.
Wie bereitet ihr euch gemeinsam auf das internationale Finale vor?
Sören: Wir werden das Gericht im Detail analysieren und weiterentwickeln – vom Geschmack über Texturen und Temperaturen bis zur Präsentation. Besonders am Zeitmanagement müssen wir arbeiten. Deshalb trainieren wir den gesamten Ablauf mehrfach unter realistischen Bedingungen. Dabei soll Nicolas seine eigene Handschrift behalten. Meine Aufgabe als Mentor ist es, ihn zu unterstützen und seine Ideen kritisch zu hinterfragen. Wir fahren nicht nach Mailand, um einfach nur dabei zu sein. Wir wollen gewinnen.
Nächste Station: das internationale Finale in Mailand
Mit seinem Erfolg vertritt Dekimpe die Region Central Europe beim Grand Finale 2027 in Mailand. Die S.Pellegrino Young Chef Academy Competition findet alle zwei Jahre statt. Im Mittelpunkt stehen die Signature Dishes der Nachwuchsköche, bewertet nach technischem Können, Kreativität und dem persönlichen Credo hinter dem Gericht. Die Academy unterstützt junge Talente darüber hinaus mit Weiterbildung, Mentoring und internationaler Vernetzung.
In Frankfurt überzeugte Dekimpe Christian Bau, Andreas Krolik, Julia A. Leitner und Martin Stopp. Neben dem Gesamtsieg erhielt er den Acqua Panna Connection in Gastronomy Award, den die Mentoren für die Verbindung von kulinarischer Herkunft und persönlicher Handschrift vergeben. Damit hat er in Mailand auch die Chance auf den globalen Titel dieser Kategorie.
Bernhard Hirschbeck aus Hallwang bei Salzburg und Nouri Abou Alchaar aus Hamburg komplettierten die Top drei des Vorentscheids. Weitere Sonderpreise gingen an Catharina Feuchtmayr für gesellschaftliche Verantwortung und an Kateryna Boniakevych für den Ausdruck ihrer persönlichen Küchenphilosophie. Auch sie treten im kommenden Jahr um die jeweiligen internationalen Auszeichnungen an.


