Trauer um Kochlegende Jörg Müller

Jörg Müller ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Der Spitzenkoch gehörte zu den prägenden Namen der deutschen Spitzengastronomie.
August 11, 2026 | Text: Redaktion

Die deutsche Gastronomie verliert eine ihrer prägenden Persönlichkeiten. Jörg Müller ist nach längerer schwerer Krankheit im Alter von 79 Jahren gestorben. Mit klassisch-französisch geprägter Kochkunst, zwei Michelin-Sternen und seinem späteren Restaurant auf Sylt schrieb er über Jahrzehnte deutsche Gastronomiegeschichte.

Joerg-Mueller-Sylt
© Sylt Marketing | Michael Reidinger

Die deutsche Gastronomie verliert eine ihrer prägenden Persönlichkeiten. Jörg Müller ist nach längerer schwerer Krankheit im Alter von 79 Jahren gestorben. Mit klassisch-französisch geprägter Kochkunst, zwei Michelin-Sternen und seinem späteren Restaurant auf Sylt schrieb er über Jahrzehnte deutsche Gastronomiegeschichte.

Joerg-Mueller-Sylt
© Sylt Marketing | Michael Reidinger

Von Wertheim nach Sylt

Müller stammte aus einer Gastronomenfamilie und sammelte nach seiner Ausbildung Erfahrungen in England, der Schweiz und Griechenland. Den Durchbruch schaffte er in den Schweizer Stuben in Wertheim. Gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Dieter gehörte er dort zu jener Generation junger Köche, die der deutschen Spitzengastronomie in den 1970er-Jahren neue Impulse gab. Das Restaurant wurde mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet und zählte zu den führenden Adressen des Landes. 

Später führte ihn sein Weg nach Sylt. Im Restaurant Nösse in Morsum erkochte Müller erneut zwei Michelin-Sterne. Anschließend machte er sich in Westerland mit einem eigenen Hotel und Restaurant selbstständig. Auch dieses Haus wurde vom Guide Michelin ausgezeichnet und entwickelte sich zu einer festen gastronomischen Adresse auf der Insel.

Bewusster Abschied von den Sternen

Für Aufmerksamkeit sorgte Müller auch mit seiner Entscheidung, sich aus dem Bewertungssystem der Restaurantführer zurückzuziehen. Künftig wollte er ohne Sterne und Rankings kochen und den Fokus stärker auf seine Gäste und die eigene Küche legen. Damit verabschiedete er sich bewusst vom Wettbewerb um Auszeichnungen.

Ein Gericht für das kulinarische Archiv

Wie sehr sein Werk bis zuletzt geschätzt wurde, zeigte sich noch im vergangenen Jahr. Für das Deutsche Archiv der Kulinarik wurde Müllers Wachtelcrépinette auf Périgord-Trüffel-Risotto dokumentiert. Das Gericht wurde im Mai auf Sylt festgehalten und später in die Sammlung des Archivs aufgenommen. Damit ist ein Teil seiner Kochkunst dauerhaft dokumentiert – als Zeugnis eines Kochs, der die Entwicklung der deutschen Spitzengastronomie über Jahrzehnte mitgeprägt hat.

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© André Wirsig
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© André Wirsig

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