Zu viel Marketing? Sterneköchin Ana Roš sagt 50-Best-Gala ab
Ana Roš wird bei der diesjährigen Verleihung der 50 Best Restaurants am 4. November in Lima fehlen. Auf Instagram erklärt die Küchenchefin des slowenischen Drei-Sterne-Restaurants Hiša Franko, dass weder sie noch ihr Team anreisen werden. Als Grund nennt sie die wachsende Bedeutung von Sichtbarkeit innerhalb des Awards-Umfelds: Zu viel Zeit, Geld und Energie fließe in Veranstaltungen, Pressereisen, Dinner und Promotion. Diese Ressourcen möchte sie stärker ihren Gästen, Mitarbeitern, Produzenten und der täglichen Arbeit im Restaurant widmen.
Ana Roš wird bei der diesjährigen Verleihung der 50 Best Restaurants am 4. November in Lima fehlen. Auf Instagram erklärt die Küchenchefin des slowenischen Drei-Sterne-Restaurants Hiša Franko, dass weder sie noch ihr Team anreisen werden. Als Grund nennt sie die wachsende Bedeutung von Sichtbarkeit innerhalb des Awards-Umfelds: Zu viel Zeit, Geld und Energie fließe in Veranstaltungen, Pressereisen, Dinner und Promotion. Diese Ressourcen möchte sie stärker ihren Gästen, Mitarbeitern, Produzenten und der täglichen Arbeit im Restaurant widmen.
Auch eine Absage schafft Sichtbarkeit
Mit ihrer öffentlichen Erklärung vermittelt Roš zugleich ein Bild von Hiša Franko: als Restaurant, das seine Ressourcen gezielt für Gäste, Mitarbeiter und Produzenten einsetzt. Auch diese Botschaft kann Aufmerksamkeit schaffen und das eigene Profil stärken.
Ist die Absage damit auch Werbung? Zumindest erzielt sie eine Wirkung, die sonst häufig das Ziel von Promotion ist: Aufmerksamkeit für die eigene Haltung und das eigene Haus.
Das allein widerspricht ihrer Entscheidung noch nicht. Roš kritisiert vor allem den Aufwand, den Restaurants ihrer Ansicht nach betreiben müssen, um innerhalb des 50-Best-Umfelds sichtbar zu bleiben. Mit ihrem Beitrag erklärt sie Gästen und Kollegen, warum sie diesen Aufwand begrenzen möchte. Dabei bleibt die Frage, ob sich Küchenleistung und Vermarktung so klar voneinander trennen lassen. Auch die Botschaft, sich stärker auf die Küche konzentrieren zu wollen, prägt schließlich das öffentliche Profil eines Restaurants.
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Von 50 Best ausgezeichnet, heute auf Distanz
Die Kritik kommt zudem von einer Köchin, deren internationale Bekanntheit auch durch 50 Best gewachsen ist. 2017 zeichnete sie die Organisation als „World’s Best Female Chef“ aus. Bereits zuvor hatte ihr Auftritt in „Chef’s Table“ weltweites Interesse geweckt. Die Rangliste war somit ein wichtiger Teil ihres Aufstiegs.
Roš selbst erkennt diesen Beitrag ausdrücklich an: 50 Best habe Gäste aus aller Welt ins Soča-Tal gebracht und Freundschaften ermöglicht, für die sie dankbar sei. Ihre Absage ist deshalb keine pauschale Abrechnung. Eine frühere Auszeichnung verpflichtet auch nicht dazu, jede Entwicklung der Plattform mitzutragen.
Gerade daraus entsteht jedoch eine interessante Debatte: Wer bereits international bekannt ist, kann auf einzelne Bühnen womöglich leichter verzichten als ein Restaurant, das diese Reichweite erst aufbauen muss. Für solche Betriebe können Veranstaltungen, Kontakte und Medienpräsenz entscheidende Türen öffnen. Wo liegt also die Grenze zwischen sinnvoller Öffentlichkeitsarbeit und einem Wettbewerb um Präsenz, der zu viele Ressourcen bindet?
In Lima wird die neue Nummer eins gekürt
Der Gala bleibt Roš fern, in der Rangliste ist ihr Restaurant weiterhin vertreten: Hiša Franko erreicht in der erweiterten Auswahl 2026 Platz 60 und verbessert sich gegenüber dem Vorjahr um neun Ränge. Einen Zusammenhang zwischen diesem Ergebnis und ihrer Absage stellt die Köchin in ihrem Statement nicht her.
Die ersten 50 Plätze verkündet die Organisation am 4. November in Lima. Begleitet wird die Verleihung von Gesprächsrunden, gemeinsamen Dinnern und internationalen Kochkooperationen. Das Programm bringt die Branche zusammen und verschafft den Beteiligten Sichtbarkeit – jene Verbindung, deren Aufwand Roš für ihren Betrieb neu bewertet.
Fest steht bereits, dass es einen neuen Spitzenreiter geben wird: Vorjahressieger Maido von Mitsuharu Tsumura wechselt in die „Best of the Best“-Gruppe und steht für weitere Ranglisten nicht mehr zur Wahl. Wer nachfolgt, zeigt der Countdown in Lima.
