Mehr Reife, mehr Risiko: So verändert der Klimawandel den Wein
Im deutschen Weinbau zeigen sich derzeit noch einige positive Folgen der Erwärmung. Nach Einschätzung des Deutschen Weininstituts haben höhere Reifegrade vor allem Rotweinen einen Qualitätsschub gebracht. Gleichzeitig nimmt der Trockenstress zu. Bei Weißweinen wie Riesling kann eine zu starke Reife zudem zulasten der typischen Frische gehen.
Im deutschen Weinbau zeigen sich derzeit noch einige positive Folgen der Erwärmung. Nach Einschätzung des Deutschen Weininstituts haben höhere Reifegrade vor allem Rotweinen einen Qualitätsschub gebracht. Gleichzeitig nimmt der Trockenstress zu. Bei Weißweinen wie Riesling kann eine zu starke Reife zudem zulasten der typischen Frische gehen.
Die Weinlese rückt nach vorne
Die Entwicklung ist längst international sichtbar. In den meisten Weinbaugebieten weltweit hat sich die Ernte innerhalb der vergangenen 40 Jahre um zwei bis drei Wochen nach vorne verschoben. Höhere Temperaturen beschleunigen die Entwicklung der Reben und verlagern die Traubenreife in wärmere Phasen des Sommers. Dadurch verändern sich auch Zusammensetzung, Stil und Qualität der Weine.
Wie sich das auswirkt, hängt stark vom Standort ab. In kühleren Gebieten kann die Erwärmung zunächst günstigere Bedingungen für den Weinbau schaffen. Eine internationale Übersichtsarbeit nennt etwa Nordfrankreich, Oregon, Tasmanien oder den Süden Großbritanniens. In Teilen Südeuropas wächst dagegen der Druck durch Hitze und Trockenheit. Eine Untersuchung von 1.085 europäischen Herkunftsgebieten kommt zu dem Ergebnis, dass vor allem südliche Weinregionen insgesamt besonders stark unter den Folgen des Klimawandels geraten können.
So reagieren Winzer auf neue Bedingungen
Mit den Bedingungen verändert sich auch die Arbeit im Weinberg. Eine Möglichkeit besteht darin, die Reife der Trauben gezielt zu verzögern – etwa durch angepasste Laubarbeit oder eine veränderte Führung der Reben. In trockeneren Gebieten gewinnen zudem Sorten und Unterlagen an Bedeutung, die besser mit Wassermangel zurechtkommen. Auch die Bodenbewirtschaftung kann dazu beitragen, den Wasserhaushalt im Weinberg gezielt zu regulieren. Bewässerung gilt als weitere Option, sofern ausreichend Wasser nachhaltig zur Verfügung steht.
Langfristig spielt die Wahl geeigneter Reben eine zentrale Rolle. Die Internationale Organisation für Rebe und Wein empfiehlt, bestehende und neue Sorten gezielt darauf zu untersuchen, wie gut sie mit veränderten klimatischen Bedingungen zurechtkommen. So soll der Weinbau besser auf zunehmende Hitze und Trockenheit reagieren können.
