Handyfreie Restaurants? Sardinien testet neue Regeln am Tisch
Gemeinsam am Tisch sitzen heißt noch nicht, die Zeit auch miteinander zu verbringen. Auf Sardinien laden deshalb 15 Restaurants Familien dazu ein, Handys und Tablets während ihres Besuchs beiseitezulegen. Seit dem 1. November 2026 läuft der zunächst einmonatige Pilotversuch „A tavola senza schermi“, auf Deutsch „Zu Tisch ohne Bildschirme“. Dahinter stehen die regionale Kinder- und Jugendbeauftragte Anna Cau und der Gastronomieverband FIPE Confcommercio Sardegna, unterstützt durch Informationen des italienischen Kinderärzteverbands FIMP. Die Teilnahme ist freiwillig: Die Gastgeber möchten Gespräche fördern, ein allgemeines Handyverbot führen sie nicht ein.
Gemeinsam am Tisch sitzen heißt noch nicht, die Zeit auch miteinander zu verbringen. Auf Sardinien laden deshalb 15 Restaurants Familien dazu ein, Handys und Tablets während ihres Besuchs beiseitezulegen. Seit dem 1. November 2026 läuft der zunächst einmonatige Pilotversuch „A tavola senza schermi“, auf Deutsch „Zu Tisch ohne Bildschirme“. Dahinter stehen die regionale Kinder- und Jugendbeauftragte Anna Cau und der Gastronomieverband FIPE Confcommercio Sardegna, unterstützt durch Informationen des italienischen Kinderärzteverbands FIMP. Die Teilnahme ist freiwillig: Die Gastgeber möchten Gespräche fördern, ein allgemeines Handyverbot führen sie nicht ein.
Spiele statt Displays – auch Erwachsene sind gefragt
Die Initiative für bildschirmfreie Restaurantbesuche setzt auf eine einfache Vereinbarung: Telefone bleiben während des Essens in der Tasche oder werden in einem Körbchen abgelegt. Ausnahmen besprechen die Beteiligten vorab, dringende Anrufe führen sie abseits des Tisches. Spiele und Stifte helfen Kindern, die Wartezeit zu überbrücken. Auch die Erwachsenen sollen mitziehen: Verbandspräsident Emanuele Frongia betont, dass Eltern den Verzicht selbst vorleben müssen. Nach dem Probemonat prüfen die Initiatoren eine mögliche Ausweitung.
Einige Betriebe verfolgen diesen Ansatz bereits länger. Im Pani e Casu in Quartu Sant’Elena gehören Papiertischdecken und Stifte zum Angebot. Elide Loddo vom Restaurant La Terrazza in Capoterra berichtet zudem, dass Eltern von sich aus nach Beschäftigungsmöglichkeiten für ihre Kinder fragen.
Wie viel Tischkultur darf ein Gastgeber vorgeben?
Restaurants gestalten Licht, Musik und Speisenfolge. Dürfen sie auch dazu auffordern, dem Gegenüber mehr Aufmerksamkeit zu schenken? Der Wunsch passt zu einer Branche, die Begegnungen ermöglichen will. Küche und Service schaffen den Rahmen – ob daraus ein gemeinsamer Abend wird, hängt ebenso von den Gästen ab.
Eine gemeinsam vereinbarte Bildschirmpause könnte helfen, sich bewusster auf das Essen und die Menschen am Tisch einzulassen. Spiele und Zeichenmaterial bieten Familien zugleich eine Alternative für die Wartezeit. Für Gastgeber eröffnet sich damit die Möglichkeit, ihr Verständnis von Gastlichkeit über Speisen und Service hinaus sichtbar zu machen.
Allerdings bringen Gäste unterschiedliche Bedürfnisse mit: Manche müssen erreichbar bleiben, andere nutzen das Smartphone zum Übersetzen oder als Hilfsmittel im Alltag. Auch eine freiwillige Bitte kann als Einschränkung empfunden werden. Für das Serviceteam stellt sich zudem die praktische Frage, wie es die Vereinbarung erklärt und mit Ausnahmen umgeht, ohne zusätzlichen Druck zu erzeugen.
Der Versuch bietet deshalb Anlass, beide Seiten zu betrachten: Fördert die gemeinsame Pause den Austausch? Wie nehmen Familien das Angebot an, und welchen Aufwand verursacht es im Betrieb? Diese Erfahrungen könnten zeigen, ob handyfreie Tischkultur für Gäste und Gastgeber eine Bereicherung ist – und unter welchen Bedingungen sie funktioniert.
