Gault&Millau 2027: Österreichs Hauben-Elite sortiert sich neu

Der Gault&Millau Österreich 2027 ist da: alle wichtigen Aufsteiger, neuen Haubenrestaurants und Sonderpreise im Überblick.
Oktober 19, 2026 | Text: Niko Zoltan | Fotos: Gault&Millau / Philipp Lipiarski

Der neue Gault&Millau Österreich 2027 ist da – und an der Spitze tut sich einiges. Während die Zahl der Fünf-Hauben-Restaurants von neun auf acht sinkt, wächst die Riege der Vier-Hauber von 82 auf 98 Betriebe. Dazu kommen 64 neue Haubenlokale, bemerkenswerte Aufsteiger und zahlreiche Sonderauszeichnungen. Ein Blick auf die größten Veränderungen.

Am Montag wurden im Hilton Vienna Park der neue Gault&Millau Restaurantguide Österreich 2027 und der Weinguide 2027 präsentiert. Im Rahmen der Gala wurden neben den aktuellen Haubenbewertungen auch zahlreiche Sonderpreise vergeben. Der Hotelguide 2027 war bereits Ende September im Wiener Palais Coburg vorgestellt worden.

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Karl und Martina Hohenlohe – Foto: Philipp Lipiarski

Der neue Gault&Millau Österreich 2027 ist da – und an der Spitze tut sich einiges. Während die Zahl der Fünf-Hauben-Restaurants von neun auf acht sinkt, wächst die Riege der Vier-Hauber von 82 auf 98 Betriebe. Dazu kommen 64 neue Haubenlokale, bemerkenswerte Aufsteiger und zahlreiche Sonderauszeichnungen. Ein Blick auf die größten Veränderungen.

Am Montag wurden im Hilton Vienna Park der neue Gault&Millau Restaurantguide Österreich 2027 und der Weinguide 2027 präsentiert. Im Rahmen der Gala wurden neben den aktuellen Haubenbewertungen auch zahlreiche Sonderpreise vergeben. Der Hotelguide 2027 war bereits Ende September im Wiener Palais Coburg vorgestellt worden.

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Karl und Martina Hohenlohe – Foto: Philipp Lipiarski

Acht Restaurants bleiben an der Spitze

An Österreichs absoluter Hauben-Spitze gibt es keinen Neuzugang. Weiterhin mit der Höchstwertung von 19 Punkten und fünf Hauben ausgezeichnet sind Amador, Konstantin Filippou, Silvio Nickol und Steirereck in Wien, Döllerer und Ikarus in Salzburg, das Landhaus Bacher in Niederösterreich sowie das Stüva in Tirol.

Dass es diesmal ein Restaurant weniger in der obersten Kategorie gibt, hat einen besonderen Hintergrund: Karl und Rudolf Obauer schließen ihr Restaurant in Werfen am 26. Oktober 2026 nach 47 Jahren. Damit verschwindet eine der prägendsten Adressen der österreichischen Spitzengastronomie aus dem Ranking. Die Brüder werden im neuen Guide für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

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Umso stärker wächst die Kategorie darunter: 98 Restaurants erreichen mindestens 17 Punkte und damit vier Hauben – 16 mehr als im Vorjahr. Insgesamt steigt die Zahl der Betriebe mit vier oder fünf Hauben damit von 91 auf 106.

Diese Restaurants legen besonders stark zu

Den größten Punktesprung schafft das Zum Gogosch in Donnerskirchen im Burgenland: Mit einem Plus von 3,5 Punkten erreicht es nun 14,5 Punkte und zwei Hauben. Jeweils drei Punkte gewinnen Die Möwe in Pamhagen und das EF16 in Wien, die beide bei 14 Punkten landen.

Besonders interessant sind jene Aufsteiger, die den Sprung in die Vier-Hauben-Liga schaffen. Die Genießerei am Markt in Graz und Ullrs Wine & Dine in St. Anton am Arlberg verbessern sich um jeweils 2,5 Punkte auf 17 Punkte. Auch das BOU4 in Zams und der Chef’s Table by Gesser in Sillian erreichen mit einem Plus von zwei Punkten die Vier-Hauben-Marke.

Weiter oben legt das Dahoam in Leogang um einen Punkt auf 18 Punkte zu. Ebenfalls auf 17 Punkte steigt das Fine-Dining-Restaurant Wörgötter in Ligist.

Starke Neueinsteiger: Von Wien bis zum Arlberg

64 Betriebe finden sich in der Liste der neuen Haubenlokale. Besonders hoch steigen das Arlicious in St. Anton am Arlberg und das Shiki Omakase in Wien ein: Beide werden auf Anhieb mit 17,5 Punkten und vier Hauben gelistet.

Ebenfalls mit vier Hauben und 17 Punkten stehen das Ansitz 12 in Lienz und das Aurea Fine Dining in der Wildschönau auf der Liste der Neuzugänge.

Dicht dahinter folgen unter anderem der Haus Zirngast Chef’s Table in Schladming, Les Deux in Kitzbühel und Mädchen & der Wolf in Wiener Neustadt mit jeweils 16,5 Punkten.

Auch in der Drei-Hauben-Kategorie gibt es spannende neue Adressen. Dazu gehören das Nōa in Schladming, das Vina – Fine Dine in Graz und das Elements in St. Anton am Arlberg mit jeweils 15 Punkten. Letzteres hat noch einen weiteren Grund zum Feiern.

Philip Rachinger ist Koch des Jahres

Die wohl wichtigste persönliche Auszeichnung geht 2027 nach Oberösterreich: Philip Rachinger vom Restaurant Ois im Mühltalhof in Neufelden ist neuer „Koch des Jahres“. Er folgt damit auf Vitus Winkler, der den Titel 2026 erhielt.

Rachinger wird nicht nur für seine Küche, die mit 18,5 Punkten und vier Hauben bewertet wird, geehrt. Mit Projekten wie der Wirtshausroas, seinem Engagement für die regionale Gastronomie und als Mitglied der Healthy Boy Band setzt er auch abseits des eigenen Restaurants Akzente.

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Der neue Gault&Millau Koch des Jahres in seinem Element – Foto: Manfred Lang

Zur Newcomerin des Jahres wird Noemi Zagoni gekürt. Die Küchenchefin des neu eröffneten Elements in St. Anton verbindet alpine Produkte mit Einflüssen ihrer ungarischen Wurzeln. Ihr Einstieg in den Guide gelingt mit 15 Punkten und drei Hauben.

Auch weitere Persönlichkeiten werden ausgezeichnet: Nina Fink vom Gasthaus Haberl in der Steiermark wird Sommelière des Jahres, Larissa Andres von den Wiener Restaurants Jola und Lara erhält den Service Award. Die Auszeichnung als Patissière des Jahres geht an Janina Trogisch vom Tannenhof in St. Anton am Arlberg.

Von Ottolenghi bis Obauer: Die Sonderpreise

Zu den prominentesten Namen der diesjährigen Auszeichnungen zählt Yotam Ottolenghi. Der international erfolgreiche Koch und Bestsellerautor wird als Gault&Millau Ambassador des Jahres 2027 geehrt. Seine Bücher und sein Zugang zur gemüsebetonten Küche haben weit über die Spitzengastronomie hinaus Spuren hinterlassen.

Toni Mörwald erhält den Titel Gastronom des Jahres. Als Wirtshaus des Jahres wird das Landgasthaus Reif in Alkoven ausgezeichnet, während das Ubl in Wien den Preis als Wiener Wirtshaus des Jahres erhält.

Auch die Getränkekultur kommt nicht zu kurz: Heunisch & Erben in Wien gewinnt den Preis für die Weinkarte des Jahres, das Bio-Hotel Gralhof am Weissensee jenen für die beste Österreich-Weinkarte. Die Bierkarte des Jahres kommt aus dem Kärntner Bierhotel Loncium.

Eine ungewöhnliche Auszeichnung geht außerdem an das Barkeeper-Trio Philipp Loidolt, Michal Zavacky und Franz Taferner aus der Intermezzo Bar im Wiener Hotel InterContinental: Gemeinsam bringen die drei 100 Dienstjahre hinter dem Tresen mit.

Die Future Awards werden erneut in allen neun Bundesländern an Betriebe mit besonders nachhaltigen Konzepten vergeben. In der Steiermark etwa geht die Auszeichnung an das Grazer Kabuff. Dessen Küchenchefin Eva Schnabl wurde bereits bei den Rolling Pin.Awards Austria 2026 zur Female Chef of the Year gekürt.

Gault&Millau Österreich 2027: Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

  • Fünf Hauben: 8 Restaurants mit jeweils 19 Punkten (2026: 9)
  • Vier Hauben: 98 Restaurants mit 17 bis 18,5 Punkten (2026: 82)
  • Größter Aufsteiger: Zum Gogosch, Donnerskirchen – plus 3,5 auf 14,5 Punkte
  • Höchste neue Haubenlokale: Arlicious und Shiki Omakase – jeweils 17,5 Punkte
  • Koch des Jahres: Philip Rachinger, Ois im Mühltalhof
  • Newcomerin des Jahres: Noemi Zagoni, Elements
  • Gastronom des Jahres: Toni Mörwald
  • Lebenswerk: Karl und Rudolf Obauer
  • Ambassador des Jahres: Yotam Ottolenghi
  • Sommelière des Jahres: Nina Fink, Gasthaus Haberl
  • Service Award: Larissa Andres, Jola und Lara
  • Patissière des Jahres: Janina Trogisch, Tannenhof
  • Future Awards: Neun Landessieger

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