150 Jahre HOMANN: Neue Optik, gleiche Rezeptur
150 Jahre muss man als Unternehmen erst einmal schaffen. HOMANN nutzt den Meilenstein als Gelegenheit, den eigenen Auftritt zu hinterfragen. Wo steht die Marke? Was erwarten Gastronomen heute? Und wie lässt sich Tradition modernisieren, ohne genau das zu verändern, worauf sich Profiküchen seit Jahren verlassen?
„Wenn nicht jetzt, wann dann“, sagt Matthias Kroll, Senior Brand Manager bei HOMANN. Das Jubiläumsjahr wurde zum Ausgangspunkt für einen umfassenden Design-Relaunch. Die Verpackungen werden klarer, moderner und über das Sortiment hinweg einheitlicher.
Der Hintergrund ist ausgesprochen praktisch. In Marktforschungen habe sich gezeigt, dass Gastronomen Produkte im Lager, Kühlhaus oder während des Küchenalltags möglichst schnell unterscheiden wollen. Zu viele Informationen und Siegel helfen dort wenig. Die neue Gestaltung soll deshalb vor allem eines leisten: Orientierung.
Die Hülle ändert sich – der Inhalt nicht
Bei einem etablierten Produkt kann eine neue Verpackung schnell für Skepsis sorgen. Sieht die Verpackung anders aus, stellt sich bei Stammkunden fast automatisch die Frage: Ist auch die Rezeptur neu?
Bei der HOMANN Salat Mayonnaise lautet die Antwort klar: nein.
Genau darum dreht sich auch die begleitende Kampagne „Hand drauf“. HOMANNs Mitarbeiter, beispielsweise aus Produktion und Geschäftsführung, stehen dabei persönlich für das Versprechen ein, dass sich am Produkt selbst nichts ändert.
„Das Wichtigste ist, dass die Rezepturen gleich bleiben“, sagt Kroll. Besonders bei der HOMANN Salat Mayonnaise gehe es schließlich nicht allein um Geschmack. Für Profiküchen seien ebenso Konsistenz, Verarbeitung und Funktion entscheidend.
Andreas Stark kennt diese Anforderungen aus beiden Perspektiven. Der heutige Head of Channel Management bei HOMANN stand selbst 18 Jahre am Herd und arbeitet mittlerweile ebenso lange im Vertrieb. Für ihn ist konstante Qualität vor allem eine Frage der Sicherheit.
„Der Gastronom möchte nicht, dass ein Produkt heute so funktioniert und nächstes Jahr plötzlich anders“, sagt Stark. Schließlich bauen Küchen eigene Rezepturen auf einer Basis auf. Verändert sich deren Konsistenz oder Geschmack, verändert sich im schlimmsten Fall auch das Ergebnis auf dem Teller.
Was eine Mayonnaise in der Profiküche leisten muss
Eine professionelle Mayonnaise muss also deutlich mehr können, als pur gut zu schmecken. Es kommt darauf an, dass sie sich zuverlässig verarbeiten lässt, Flüssigkeit aufnehmen kann und über längere Zeit stabil bleibt.
HOMANN verweist dabei auf mehr als 70 Jahre Erfahrung mit Mayonnaise – genauer gesagt, 2026 ist es genau 75 Jahre her, dass HOMANN als erstes deutsches Unternehmen mit der Mayonnaiseproduktion im industriellen Maßstab begonnen hat. Die HOMANN Salat Mayonnaise wurde in unterschiedlichen Anwendungen getestet – vom Erhitzen bis zu Standzeiten und der Verarbeitung mit weiteren Zutaten.
Für Stark steckt dahinter ein grundlegender Vorteil von Convenience in der Profiküche: „Mit jeder Fremdleistung, die man zukauft, kauft man sich auch Sicherheit hinzu.“ Gerade angesichts von Fachkräftemangel, Kostensteigerungen und immer stärkerem Kalkulationsdruck gewinnt diese Sicherheit an Bedeutung. Eine verlässliche Basis reduziert Arbeitsschritte und sorgt dafür, dass definierte Rezepturen reproduzierbar bleiben.
Hinzu kommt die Lieferfähigkeit. Stark verweist auf eine verlässlich hohe Lieferperformance, sogar während der Corona-Zeit. Für ihn zeigt sich Marktführerschaft* deshalb nicht nur in Absatz oder Bekanntheit, sondern in der Fähigkeit, auch unter schwierigen Bedingungen ohne Unterbrechung zu liefern.
Eine Basis, unzählige Möglichkeiten
Gleichzeitig verlangt der Gast nach Individualität. Genau hier sieht HOMANN eine der großen Veränderungen in der Gastronomie.
„Früher hat man ein Angebot gemacht und irgendjemand wird es schon gegessen haben. So einfach funktioniert das heute nicht mehr“, sagt Stark. Betriebe müssten genauer verstehen, wer ihre Gäste sind, welche Gerichte funktionieren und wie sich Vielfalt schaffen lässt, ohne Lager und Speisekarte unnötig aufzublähen.
Eine Lösung kann eine vielseitig einsetzbare Basis sein. Statt für jede Geschmacksrichtung eine fertige Sauce einzukaufen, empfiehlt er, mit einer konstanten Grundlage zu arbeiten und diese individuell weiterzuentwickeln. Die HOMANN Salat Mayonnaise kann so mit wenigen Zutaten zur eigenen Handschrift eines Betriebs werden.
Um genau diese Idee greifbarer zu machen, hat HOMANN unter anderem den „Mayonizer“ entwickelt. Das Konzept zeigt verschiedene Geschmacksrichtungen und Ableitungen für Dips und Saucen. Die Rolle des Herstellers hat sich damit verändert: Entscheidend ist zunehmend, was der Gastronom aus einem Produkt machen kann.
Vom Produktanbieter zum Konzeptpartner
Diese Entwicklung zeigt sich auch am HOMANN Standort in Lintorf. Dort befindet sich neben der Produktion ein sogenannter Concept Court mit ausgestatteten Kochstationen. Hier entwickelt das Team Anwendungen, Rezepturen und Konzepte und arbeitet gemeinsam mit Kunden an Lösungen für deren Betriebe.
Stark geht dabei noch einen Schritt weiter. Sein Team beschäftigt sich nicht nur mit Rezepturen, sondern ebenso mit Zielgruppen, Speisekarten, Trends und Wirtschaftlichkeit.
Welche Gäste kommen in einen Betrieb? Welche Gerichte sprechen unterschiedliche Altersgruppen an? Welche Angebote erzielen die gewünschte Marge? Und welche Trends aus einem gastronomischen Segment lassen sich auf ein anderes übertragen?
Für Stark ist genau das ein wesentlicher Teil moderner Marktführerschaft*: nicht ausschließlich das Produkt zu betrachten, sondern die Herausforderungen des Betriebs dahinter.
Tradition bewahren, Trends früh erkennen
Für HOMANN bedeutet der Status als Marktführer* damit einen Spagat. Produkte, auf die sich Kunden seit Jahrzehnten verlassen, sollen genau diese Verlässlichkeit behalten. Gleichzeitig muss eine Marke Entwicklungen erkennen und neue Impulse setzen.
Ein Beispiel ist das in den USA stark verbreitete Ranch Dressing, das vor kurzem in das Sortiment aufgenommen wurde. Ebenso spielt das pflanzliche Segment eine wachsende Rolle – mit veganer Mayonnaise bei HOMANN oder einer veganen Remoulade unter der Marke NADLER.
Gleichzeitig differenziert das Unternehmen sein Portfolio nach unterschiedlichen Anforderungen: HOMANN und NADLER positionieren sich im hochqualitativen Segment, HAMKER decke den Preiseinstieg ab, erklärt der Senior Brand Manager.
Was alle Veränderungen verbindet, ist für ihn eine klare Aufgabe: „Wir müssen die Tradition bewahren und gleichzeitig in die Zukunft schauen.“
Beim wichtigsten HOMANN Klassiker fällt diese Balance besonders deutlich aus. Der Eimer bekommt einen neuen Auftritt. Die Rezeptur bleibt, wie sie ist. Hand drauf.
* Quelle: Geomarketing GmbH, GV-Panel, stärkster Hersteller im kombinierten Saucenmarkt Foodservice Deutschland_Warengruppen Mayonnaise, Remoulade, Ketchup, Salatdressings, Snacksaucen und Küchensaucen insgesamt),_Markengeschäft exkl. Handelsmarke, Absatz MAT 06/2026, Stand 08/2026.


