Vatikan plant Hotel in historischer Priesterresidenz
Mitten im historischen Zentrum Roms bereitet der Vatikan einen ungewöhnlichen Immobilienwechsel vor. Die Domus Internationalis Paulus VI in der Via della Scrofa, die seit Jahrzehnten Kardinälen, Bischöfen und Priestern als Unterkunft diente, soll künftig als Hotel genutzt werden.
Mitten im historischen Zentrum Roms bereitet der Vatikan einen ungewöhnlichen Immobilienwechsel vor. Die Domus Internationalis Paulus VI in der Via della Scrofa, die seit Jahrzehnten Kardinälen, Bischöfen und Priestern als Unterkunft diente, soll künftig als Hotel genutzt werden.
Die Vorbereitungen sind bereits weit fortgeschritten. Laut der vatikanischen Vermögensverwaltung Apsa liegen die notwendigen Genehmigungen für den Hotelbetrieb vor. Auch ein möglicher Betreiber wurde gefunden, als nächster Schritt ist die Unterzeichnung eines Vorvertrags vorgesehen. Wer das Haus künftig führen könnte und wann der Umbau beginnt, ist noch offen.
Millionenprojekt im Herzen Roms
Medienberichten zufolge soll die Domus umfassend saniert und anschließend als Vier-Sterne-Hotel geführt werden. Die Kosten für den Umbau dürften zwischen 50 und 60 Millionen Euro liegen. Vorgesehen wäre eine langfristige Verpachtung an einen privaten Betreiber, der die Investitionen übernimmt. Bei einer Laufzeit von rund 30 Jahren könnte der Vatikan jährlich etwa fünf Millionen Euro einnehmen.
Die geplante Hotelnutzung sorgte innerhalb des Vatikans bereits für Widerstand. Ehemalige Nuntien, Kardinäle und Bewohner der Residenz hätten sich Medienberichten zufolge gegen die kommerzielle Nutzung ausgesprochen. Mit dem Umbau würde zugleich eine fast fünf Jahrzehnte lange Ära als Unterkunft für Geistliche enden.
