Novum kündigt nach turbulenten Monaten Kurswechsel an
Hinter Novum Hospitality liegen unruhige Wochen. CEO Samira Etmenan räumt ein, dass die Gruppe zeitweise zu schnell und zu aggressiv expandiert habe. Nun soll sich der Kurs ändern: Statt weiterem Wachstum um jeden Preis rücken stabile Strukturen, nachhaltige Prozesse und die Zusammenarbeit mit der Belegschaft in den Mittelpunkt.
Hinter Novum Hospitality liegen unruhige Wochen. CEO Samira Etmenan räumt ein, dass die Gruppe zeitweise zu schnell und zu aggressiv expandiert habe. Nun soll sich der Kurs ändern: Statt weiterem Wachstum um jeden Preis rücken stabile Strukturen, nachhaltige Prozesse und die Zusammenarbeit mit der Belegschaft in den Mittelpunkt.
Familienunternehmen soll in Familienhand bleiben
Im Gespräch mit Hotel vor9 macht CEO Samira Etmenan deutlich, dass ein Verkauf an Investoren nicht zur Debatte steht. Novum soll langfristig von der Eigentümerfamilie geführt und später an die nächste Generation übergeben werden. Nach Jahren des schnellen Wachstums will die Gruppe nun ihre Strukturen festigen, interne Prozesse verbessern und die Qualität in den Häusern stärker in den Mittelpunkt rücken.
Auch finanziell steht Novum vor weiteren Aufgaben. Die während der Pandemie aufgenommenen Förderkredite seien inzwischen zurückgezahlt. Offen bleiben gestundete Miet- und Pachtzahlungen, die in den kommenden Jahren beglichen werden sollen. Konkrete Angaben zur Höhe machte die Unternehmensführung nicht.
Novum sucht Annäherung an die Belegschaft
Der angekündigte Kurswechsel betrifft vor allem das Verhältnis zu den Beschäftigten. Nach der umstrittenen Kündigungswelle in Mainz räumt Etmenan Verbesserungspotenzial bei Abläufen und Kommunikation ein. Inzwischen nahm ein Großteil der Betroffenen Abfindungsangebote an. Eine Mitarbeiterin bleibt im Hotel, eine weitere soll für eine neue Aufgabe qualifiziert werden.
Gleichzeitig wurde der bisherige Aufsichtsrat der Hotelgruppe aufgelöst. Die Interessen der Beschäftigten sollen künftig stärker über den Gesamtbetriebsrat und tarifliche Vereinbarungen vertreten werden. Auch die Rückkehr in den Hotelverband Deutschland und die DEHOGA-Landesverbände soll den Austausch mit der Branche stärken. Wie Novum die angekündigte engere Zusammenarbeit mit der Belegschaft konkret umsetzt, bleibt abzuwarten.
