Nach turbulenten Jahren in Wien: Gastronom Martin Ho zieht es nach Asien

Hinter Martin Ho liegen unruhige Jahre. Jetzt soll AY-VY zum Ausgangspunkt einer Asien-Expansion werden.
August 24, 2026 | Text: Redaktion | Fotos: Dots Group

Während in Wien zuletzt eher Juristen und Masseverwalter als Restaurantkritiker für Schlagzeilen rund um Martin Ho sorgten, denkt der Gastronom bereits wieder groß. Am 20. August eröffnete AY-VY in Hanoi – und Vietnam soll für den gebürtigen Vietnamesen erst der Anfang sein.

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Während in Wien zuletzt eher Juristen und Masseverwalter als Restaurantkritiker für Schlagzeilen rund um Martin Ho sorgten, denkt der Gastronom bereits wieder groß. Am 20. August eröffnete AY-VY in Hanoi – und Vietnam soll für den gebürtigen Vietnamesen erst der Anfang sein.

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Ho verließ Vietnam als Kind und wuchs in Wien auf. Mit 19 Jahren eröffnete er sein erstes DOTS und baute daraus über die Jahre ein Gastro- und Clubgeflecht auf. Zum Portfolio gehörten unter anderem mehrere DOTS-Restaurants, der X Club, VIE i PEE und die Pratersauna. Einst umfasste die Gruppe zwölf Restaurants und vier Clubs.

Nun führt ihn der Weg zurück in sein Geburtsland. AY-VY liegt unmittelbar beim Opernhaus in Hanoi und verbindet asiatische Küche mit Kunst, Musik und Nachtleben. Auf der eigenen Website bezeichnet sich das Konzept als „Pan-Asian Social Club“. Ho will daraus weit mehr als ein weiteres schickes Restaurant machen. Im aktuellen Interview mit Tatler Vietnam erklärt er, AY-VY solle langfristig zu einem ikonischen Ort werden. Das Projekt befinde sich für ihn trotz jahrelanger Vorbereitung noch ganz am Anfang.

Und bei einem Standort soll es nicht bleiben. Gegenüber Tatler Vietnam nennt Ho bereits Ho-Chi-Minh-Stadt, Da Nang und Nha Trang als mögliche weitere Ziele in Vietnam. Auch Hongkong, Bangkok und Tokio stehen auf seiner Asien-Liste. Parallel arbeitet die Ricemoney Hospitality Group an AY-VY in Dubai; für New York werden laut Ho ebenfalls Standorte geprüft.

Die turbulenten Jahre in Österreich

Dass Ho jetzt wieder über globale Expansion spricht, fällt durchaus auf. In Österreich war seine jüngere Vergangenheit schließlich weniger von Expansionsmeldungen geprägt. Ab 2023 geriet das Firmengeflecht rund um die DOTS-Gruppe wegen mehrerer Insolvenzen und offener Lohnforderungen unter Druck. Bei der Arbeiterkammer meldeten sich damals 78 Beschäftigte wegen laut AK nicht oder verspätet ausbezahlter Ansprüche. Im März 2024 machte die AK für 44 Beschäftigte rund 240.000 Euro an offenen Löhnen geltend. Die DOTS-Gruppe wies die Vorwürfe zurück.

Auch die Staatsanwaltschaft beschäftigte sich mit Ho. Wegen des Konkurses einer früher zur DOTS-Gruppe gehörenden Gesellschaft wurde ab 2024 wegen des Verdachts der betrügerischen Krida ermittelt. Am 6. März 2026 wurde dieses letzte Ermittlungsverfahren eingestellt. Laut Staatsanwaltschaft bestehen keine weiteren Ermittlungen gegen Ho oder sein geschäftliches Umfeld; zu einer Anklage kam es nicht. Hos Anwalt bezeichnete die Vorwürfe stets als unbegründet.

Geschäftlich blieb es dennoch unruhig: Noch Anfang 2026 wurden weitere Insolvenzverfahren bei Gesellschaften aus Hos Beteiligungsumfeld bekannt. Rückzug scheint daraus jedenfalls nicht die bevorzugte Schlussfolgerung des Unternehmers gewesen zu sein. Statt kleinerer Brötchen steht nun also eine internationale Hospitality-Marke auf dem Plan.

Ho selbst formuliert es gegenüber Tatler Vietnam entsprechend ambitioniert: Nach rund 20 Jahren in der Branche fühle er sich erst am Anfang. Für AY-VY soll der Schwerpunkt langfristig klar auf den Metropolen Asiens liegen.

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