Millionendiebstahl bei Traditionsweingut Antinori: 30.000 Flaschen Spitzenwein gestohlen

Die gestohlenen Weine sind insgesamt rund fünf Millionen Euro wert. Antinori warnt vor verdächtigen Angeboten. Der Diebstahl könnte auch Folgen für die Belieferung des Handels haben.
Oktober 13, 2026 | Text: Redaktion | Fotos: Ward Wines

Das italienische Weinunternehmen Marchesi Antinori ist Opfer eines groß angelegten Diebstahls geworden. Unbekannte drangen in ein Logistiklager bei Cortona in der Toskana ein und transportierten eine für den Export vorbereitete Lieferung im Wert von rund fünf Millionen Euro ab. Beschäftigte bemerkten den Verlust bei ihrer Rückkehr zur Arbeit. Die Carabinieri versuchen nun, den Weg der gestohlenen Weine nachzuvollziehen.

Weingut-Antinori

Das italienische Weinunternehmen Marchesi Antinori ist Opfer eines groß angelegten Diebstahls geworden. Unbekannte drangen in ein Logistiklager bei Cortona in der Toskana ein und transportierten eine für den Export vorbereitete Lieferung im Wert von rund fünf Millionen Euro ab. Beschäftigte bemerkten den Verlust bei ihrer Rückkehr zur Arbeit. Die Carabinieri versuchen nun, den Weg der gestohlenen Weine nachzuvollziehen.

Weingut-Antinori

Nach Unternehmensangaben zeigen Überwachungsaufnahmen sieben maskierte Täter. Sie kamen mit zwei Lastwagen und nutzten die Gabelstapler des Betriebs zum Beladen. Weil die Flaschen bereits verpackt bereitstanden, konnten sie große Mengen in kurzer Zeit aus dem Gebäude schaffen. Geschäftsführer Renzo Cotarella geht angesichts des Ablaufs von einer gut organisierten Bande aus.

Solaia, Tignanello und Guado al Tasso betroffen

Die Beute umfasst rund 30.000 Flaschen des Jahrgangs 2023, darunter Solaia, Tignanello und Guado al Tasso. Allein vom Solaia fehlen nach Unternehmensangaben etwa 8.000 bis 10.000 Stück. Die drei Etiketten gehören zu den gefragtesten Weinen des Hauses. Cotarella bezeichnet den Fall als den nach Wert größten Weindiebstahl Italiens.

Hinter diesen Namen steht eine der traditionsreichsten Weinproduzentenfamilien Italiens: Die Geschichte von Marchesi Antinori reicht bis 1385 zurück, inzwischen führt die Familie das Unternehmen in der 26. Generation. Seine Weine exportiert es in rund 170 Länder. 

Antinori-Wein

Neben dem finanziellen Verlust beschäftigt Antinori die Frage, wo die Flaschen wieder auftauchen könnten. Antinori informiert seine Kunden weltweit und mahnt zur Vorsicht bei Angeboten außerhalb der offiziellen Vertriebswege. Für Händler, Sommeliers und Gastronomen gilt es, ungewöhnliche Bezugsquellen und auffallend niedrige Preise aufmerksam zu prüfen: Dahinter könnte gestohlene Ware stecken.

Wie gezielt war der Einbruch geplant?

Parallel konzentrieren sich die Ermittlungen auf die Fluchtrouten der Täter. Dem Corriere Fiorentino zufolge werten die Carabinieri Aufnahmen von mehr als hundert Kameras aus. Die Kennzeichen der Fahrzeuge sollen verdeckt gewesen sein. Zusätzlich untersuchen die Behörden Mobilfunkdaten und Spuren vom Tatort.

Die bereits verpackte Exportlieferung wirft auch Fragen nach möglichem Vorwissen auf. Die Ermittler prüfen, ob jemand Informationen aus dem Betrieb weitergab, ein Abnehmer den Diebstahl beauftragte oder Verbindungen zu ähnlichen Fällen bestehen. Diese Ansätze sind noch nicht bestätigt.

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