Unruhe bei Kempinski: CEO und weitere Führungskräfte offenbar ausgeschieden
Die Führungsebene von Kempinski steht vor weitreichenden Veränderungen. Medienberichten zufolge sind neben Group CEO Barbara Muckermann auch die Verantwortlichen für Finanzen, Personal, Entwicklung und Markenführung ausgeschieden. Die Angaben stützen sich auf Quellen aus dem Unternehmensumfeld.

Die Führungsebene von Kempinski steht vor weitreichenden Veränderungen: Medienberichten zufolge sind neben Group CEO Barbara Muckermann auch die Verantwortlichen für Finanzen, Personal, Entwicklung und Markenführung ausgeschieden. Die Angaben stützen sich auf Quellen aus dem Unternehmensumfeld.

Wechsel in zentralen Bereichen
Die Berichte nennen Finanzchef Gordon Drake, Personalchefin Karin Raguin, Entwicklungschef Frank Veenstra und Markenchefin Barbara Biffi. Auch Vertriebschef Massimo Brancaleoni soll gekündigt haben; ob er bereits ausgeschieden ist, wurde nicht bestätigt. Die Personalwechsel betreffen damit zentrale Aufgaben von der Finanzierung neuer Projekte bis zur Positionierung am Luxusmarkt.
Mehrere der genannten Manager kamen erst 2025 zu Kempinski. Zu den Hintergründen äußerte sich die Gruppe zunächst nicht und ließ entsprechende Medienanfragen unbeantwortet. Muckermann lehnte eine Stellungnahme ab.
Die Managerin hatte die Unternehmensleitung im Mai 2024 übernommen und führte als erste Frau die damals 127 Jahre alte Hotelgruppe. Zuvor stand sie an der Spitze der Luxuskreuzfahrtmarke Silversea Cruises. Bei ihrem Antritt stellte Kempinski einen internationalen Ausbau des Portfolios in Aussicht.
Zwei Nachfolger stehen bereits fest
Für Finanzen und Entwicklung hat Kempinski bereits neue Verantwortliche vorgestellt. Ende September ernannte die Gruppe Andrea Vanni zum Chief Financial Officer. Er gehörte zuvor mehr als drei Jahre dem Aufsichtsgremium der Kempinski AG an und bringt Erfahrung aus der Immobilienfinanzierung mit, unter anderem von J.P. Morgan und der Deutschen Bank. Künftig begleitet er die Neuausrichtung finanziell und unterstützt weitere Wachstumsschritte.
Die Expansion verantwortet seit Mitte September Noel Attard als Chief Development Officer. Er arbeitet seit rund 20 Jahren für Kempinski und wirkte zuletzt als Chief Transformation Officer an der Unternehmensstrategie mit. Nun setzt er diese beim Ausbau des Portfolios um – etwa durch Hotelzukäufe, Managementverträge und Markenresidenzen.
Ende September zählte Kempinski nach eigenen Angaben 74 Häuser in 33 Ländern und mehr als 20 Projekte in Entwicklung. Wer die Nachfolge von Muckermann antritt, hat die Gruppe noch nicht bekannt gegeben.