Kulinarik in Lech gewinnt an Schwung – Das Kristberg startet neu durch
Für Dominik Schmid beginnt im brandneu gebauten Kristberg in Lech ein neues Kapitel. Zuletzt stand er als Küchenchef an der Seite von Tohru Nakamura im Tohru in der Schreiberei in München (im Juni 2026 wurde das Restaurant wieder mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet).
Jetzt übernimmt Schmid die kulinarische Leitung im neuen Kristberg. Das Haus in Lech am Arlberg wurde grundlegend neu gedacht und verbindet 27 Suiten und Spa mit einer Gastronomie, die einen zentralen Platz im Hotelerlebnis einnimmt. Im Salon Lech und im Scotch Club soll sich künftig auch die Handschrift des neuen Küchenchefs zeigen.
Seine Küche setzt auf hochwertige Produkte und präzises Handwerk. Österreich und die Alpen geben die Richtung vor; Schmids internationale Erfahrung erweitert das kulinarische Spektrum. Für ihn ist diese Verbindung auch persönlich naheliegend: Er stammt selbst aus einer Metzger- und Wirtshausfamilie und kennt die klassische Gastgeberkultur aus seiner Kindheit.
Von London über München zurück an den Arlberg
Schmid hat in seiner Laufbahn mit dem Who’s who der europäischen Spitzengastronomie gearbeitet. Zu seinen prägendsten Stationen zählen Mosimann’s und Gordon Ramsay in London, das Vendôme in Bensberg, Oud Sluis sowie der Werneckhof in München. Später arbeitete er an der Seite von Tohru Nakamura in der Schreiberei.
Auch die klassische Wirtshauswelt kennt Schmid aus eigener Erfahrung: Als Küchenchef des Staudenwirts verantwortete er einen eigenen Betrieb; am Arlberg war er bereits in der Roten Wand tätig. Diese Bandbreite bringt er nun ins Kristberg – mit viel Erfahrung aus der Spitzenküche und einem starken Bezug zu Produkt, Handwerk und regionaler Küche.
Eine gastronomische Geschichte mit langer Tradition
Kulinarik gehört im Kristberg seit Jahrzehnten zur Familiengeschichte. Bereits Egon Zimmermann, Ski-Weltmeister und Olympiasieger sowie späterer Gründer des Hauses, absolvierte vor seiner großen Sportkarriere eine Kochlehre. Seine Ausbildung führte ihn bis nach Paris, von wo er viele Akzente in den Betrieb mitgenommen hat.

Sein Bruder Karlheinz Zimmermann prägte über Jahrzehnte den Gasthof Alpenblick in Zug und war als Caterer in der Formel 1 tätig. Gemeinsam mit der langjährigen Alpenblick-Küchenchefin Sabine Lukan, die wieder Teil des kulinarischen Teams ist, entstand über die Jahre eine gastronomische Handschrift, die auch im neuen Kristberg sichtbar bleibt.


Einige dieser Gerichte finden sich weiterhin auf den Karten. Im Scotch Club stehen etwa die Gänseleber „Alpenblick“ und die geröstete Kalbsleber à la Sabine. Im Salon Lech tauchen die hausgemachte Weißwurst sowie das legendäre Boeuf Stroganoff vom Alpenblick auf.
„Nicht jedes gute Gericht braucht eine neue Interpretation. Manchmal besteht die Kunst darin, zu wissen, was man besser in Ruhe lässt – und wir sind dankbar, dass auch unser neuer Küchenchef Dominik genau das beherrscht.“
Familie Zimmermann
Schmid übernimmt damit eine Küche mit eigener Geschichte. Seine Aufgabe besteht darin, diese weiterzuentwickeln und seine persönliche Erfahrung einzubringen. Genau darin liegt einer der spannendsten Aspekte seines Wechsels nach Lech.
Zwei Brüder prägen die neue Küche
Auch Dominik Schmid kommt im Kristberg mit familiärer Verstärkung an den Herd. Sein Bruder Stefan Schmid übernimmt als Chefpatissier sowie Haus- und Hofbäcker die Verantwortung für Brot und Dessert.
Dadurch erhalten diese Bereiche einen eigenen Stellenwert innerhalb des kulinarischen Konzepts. Im Salon Lech beginnt der Abend etwa mit hausgebackenem Brot und endet am Dessertbuffet. Dort stehen unter anderem Sachertorte à la Kristberg und Apfelstrudel à la Alpenblick zur Auswahl.
Für das Kristberg ist diese neue Konstellation gleichzeitig ein Generationenwechsel. Michael Haslinger hatte die Küche des Hauses 13 Jahre lang geprägt und auch den Schritt vom alten Kristberg in den Neubau begleitet. Nun zieht es ihn zurück in seine niederösterreichische Heimat. Mit Dominik Schmid übernimmt ein Koch, der das bestehende Fundament kennt und eine neue Perspektive mitbringt.
Sharing im Salon Lech
Die beiden Restaurants des Hauses verfolgen unterschiedliche Konzepte. Im Salon Lech lautet das Motto Meet · Share · Inspire.
Tagsüber dient der Salon als Frühstücksort und Lunchrestaurant; später wird er zur Lounge und Bar. Am Abend steht gemeinsames Essen im Mittelpunkt. Die Open Kitchen gehört zum Raum; feste Seatings gibt es nicht.
Auf den Tisch kommen etwa hausgebackenes Brot oder Arlberger Schinken. Auch Kaspressknödel und Carpaccio vom gesurten Schwein sind für das Teilen gedacht. Bei den größeren Gerichten reicht die Auswahl von Almsaibling mit Gerstengraupen und Kristberg-Kimchi bis zur Rinderbacke mit Topfenspätzle. Auf Vorbestellung werden zudem das Kristberg Wellington vom Reh oder zwei Varianten eines Brühenfondues serviert.
Der Salon soll dabei vor allem Raum für einen langen Abend schaffen. Gerichte wandern über den Tisch, eine weitere Flasche kommt dazu, irgendwann geht es gemeinsam zum Dessertbuffet. Das Restaurant versteht sich damit auch als Treffpunkt innerhalb des Hauses.
Wenn aus Dinner Nachtleben wird
Der Scotch Club 1966 schlägt einen anderen Ton an. Unter dem Motto Drink · Dine · Dance verbindet er österreichisch-alpine Küche mit Cocktailbar und späterem Nightlife.
Kulinarisch stehen Klassiker im Mittelpunkt. Auf der Karte finden sich Wiener Schnitzel und Tafelspitz ebenso wie Hirschragout und Kalbsleber à la Sabine. Eine eigene Steakkarte ergänzt das Angebot. Beim Dessert bleiben mit Kaiserschmarren oder Topfenknödel ebenfalls bekannte österreichische Geschmäcker präsent.
Gegessen wird in zwei Seatings um 18 und 20 Uhr. Danach wandert der Schwerpunkt Richtung Bar. Musik und Cocktails bestimmen zunehmend den Raum; ein Resident-DJ begleitet den Abend. Gegen 22.30 Uhr entwickelt sich der Scotch Club weiter in Richtung Nachtleben.
Auch die Geschichte der Familie Zimmermann wird hier sichtbar. Formel-1-Helme und Erinnerungsstücke greifen Karlheinz und Egon Zimmermanns jahrzehntelange Verbindung zum Motorsport auf und geben dem Raum einen persönlichen Charakter.
Gastronomie als Teil des gesamten Hauses
„Mit unserem Suiten- und Spa-Angebot bieten wir unseren Hausgästen einen exklusiven Rückzugsort. Unsere Restaurants und Bars verstehen wir als offene Begegnungsorte, an denen sich externe Gäste und Einheimische gleichermaßen wohlfühlen und willkommen sind.“
Christiane & Michael Zimmermann


Salon Lech und Scotch Club 1966 richten sich ausdrücklich auch an Gäste außerhalb des Hotels. Für das Kristberg gehört diese Offenheit zur Idee des neuen Hauses. Gastronomie begleitet den Aufenthalt vom Frühstück bis in die Nacht und schafft Orte, an denen sich Gäste begegnen können.
Mit dem neuen Kristberg wächst auch das Team hinter den Kulissen. Für Küche, Service oder andere Bereiche im Haus werden Menschen gesucht, die das Haus mitprägen wollen. Die Richtung steht fest: viel Lech, viel Geschichte – und mit Dominik Schmid eine neue kulinarische Generation.


