Vom ambitionierten Weingut zur Millionenpleite

Die Domäne Lilienberg wollte Weinbau und Fine Dining auf höchstem Niveau verbinden. Das Restaurant ist seit Ende 2024 geschlossen, nun ist auch die dahinterstehende Weinbaugesellschaft insolvent.
September 18, 2026 | Text: Redaktion | Fotos: Shutterstock

Große Pläne, bekannte Küchenchefs und ein eigenes Weingut: Die Domäne Lilienberg in Tainach wollte sich als kulinarische Adresse in Kärnten etablieren. Das Drei-Hauben-Restaurant ist seit Ende 2024 geschlossen – nun hat das Landesgericht Klagenfurt über die Domäne Lilienberg Weinbau GmbH ein Konkursverfahren eröffnet. Laut Alpenländischem Kreditorenverband sind derzeit Schulden von rund vier Millionen Euro bekannt, die Summe könnte noch steigen.

Weinberge

Große Pläne, bekannte Küchenchefs und ein eigenes Weingut: Die Domäne Lilienberg in Tainach wollte sich als kulinarische Adresse in Kärnten etablieren. Das Drei-Hauben-Restaurant ist seit Ende 2024 geschlossen – nun hat das Landesgericht Klagenfurt über die Domäne Lilienberg Weinbau GmbH ein Konkursverfahren eröffnet. Laut Alpenländischem Kreditorenverband sind derzeit Schulden von rund vier Millionen Euro bekannt, die Summe könnte noch steigen.

Weinberge

Die finanziellen Probleme hatten sich bereits zuvor abgezeichnet. Anfang 2026 wurde für die rund zehn Hektar große Liegenschaft ein Zwangsversteigerungsverfahren eingeleitet. Eine Bank wollte damit offene Forderungen von knapp 3,8 Millionen Euro eintreiben. Mit der Eröffnung des Konkursverfahrens ist die Versteigerung vorerst unterbrochen.

Große Namen am Herd

Kulinarisch hatte die Domäne deutlich größere Ambitionen als ein klassisches Weingut. 2021 eröffnete „Das Lilienberg“ als Fine-Dining-Restaurant. Küchenchef Angelo Rindler, der zuvor unter anderem bei Christian Jürgens gearbeitet hatte, erkochte dem Haus in kurzer Zeit drei Hauben.

Danach folgten mehrere Wechsel. 2022 übernahm Oliver Drug die Küche, 2023 musste das Restaurant wegen einer fehlenden Betriebsanlagengenehmigung vorübergehend schließen. Nach der Wiedereröffnung holte das Haus Thomas Guggenberger und sein gesamtes Team aus dem Caramé nach Tainach.

Ende 2024 verließ Guggenberger das Lilienberg wieder mit seiner Küchencrew. Das Restaurant ging in die Winterpause und öffnete danach nicht mehr.

Damit rückte nach dem Restaurant-Aus wieder stärker das Weingut in den Mittelpunkt.

Restaurant-Lilienberg
Restaurant “DAS LILIENBERG”. Foto: OTS, lilienberg.at/Lukas Kirchgasser

Orasch und der Flughafen Klagenfurt

Hinter der Domäne stehen Mirjam und Franz Peter Orasch. Letzterer machte in Kärnten bereits mit einem anderen Großprojekt Schlagzeilen: Seine Lilihill-Gruppe übernahm 2018 74,9 Prozent des Flughafens Klagenfurt.

2023 holten Land Kärnten und Stadt Klagenfurt die Mehrheit über eine vertraglich vereinbarte Kaufoption zurück. Lilihill ging dagegen vor Gericht; der Streit ist bis heute nicht vollständig abgeschlossen.

Nun steht mit der Domäne Lilienberg ein weiteres Projekt aus dem Umfeld der Familie Orasch vor einer ungewissen Zukunft. Wie es mit dem Weingut und dem seit Ende 2024 geschlossenen Restaurant weitergeht, ist derzeit offen.

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