Welche Red Flags überraschen und wie man sie einfach vermeiden kann
„Das Restaurant ist zentral gelegen.“ Die Ortsangabe klingt doch gut, oder? Tja, dass die Autobahn direkt daneben vorbeiführt, steht nur zwischen den Zeilen. Dieses Beispiel soll uns hier nur vor Augen führen, wie machtvoll Sprache ist und wie leicht wir falsche Wegweiser (irrtümlich) aufstellen oder solchen (irrtümlich) folgen. Ein Aspekt, der gerade im Recruiting wichtig ist, wenn man nicht ständig in die Irre laufen will.
„Das Restaurant ist zentral gelegen.“ Die Ortsangabe klingt doch gut, oder? Tja, dass die Autobahn direkt daneben vorbeiführt, steht nur zwischen den Zeilen. Dieses Beispiel soll uns hier nur vor Augen führen, wie machtvoll Sprache ist und wie leicht wir falsche Wegweiser (irrtümlich) aufstellen oder solchen (irrtümlich) folgen. Ein Aspekt, der gerade im Recruiting wichtig ist, wenn man nicht ständig in die Irre laufen will. Denken wir an Formulierungen wie diese: „flache Hierarchien“, „dynamisches Team“, „leistungsgerechte Bezahlung“ – klingt im Inserat verlockend, modern und sympathisch, oder? Falsch gedacht. Im Recruiting der Gastronomie können solche Phrasen ganz schnell als gefährliche Warnsignale, versteckt hinter scheinbar harmlosen Wohlfühlvokabeln, verstanden werden. Während Parolen wie „hohe Belastbarkeit erforderlich“ sofort durchschaut werden, lassen solch verdeckte Botschaften Bewerber schnell die Flucht ergreifen! Weil sie (nur zu oft gar nicht irrtümlich) Red Flags vermuten.
Nehmen wir die legendären „flachen Hierarchien“. Klingt nach Augenhöhe und Mitgestaltung. In der Praxis heißt das nur zu oft: Niemand übernimmt Verantwortung, Dienstpläne versinken im Chaos und bei Problemen zeigt jeder auf jeden. Führung existiert schlichtweg nicht. Genauso entlarvend: Das „junge, dynamische Team“. Wer hier an Frische und Tatendrang denkt, könnte die entscheidende Frage übersehen: Warum arbeitet in diesem Betrieb eigentlich niemand über 30? Weil das Geschäftsmodell womöglich auf raschem Verschleiß basiert. Erfahrene Profis haben das Weite gesucht, übrig bleibt eine radikale Fluktuation, die im Inserat charmant als „Dynamik“ verkauft wird. Zumindest wird das gern so dechiffriert. Oder die Suche nach dem „flexiblen Allrounder“: Auf dem Papier die Chance, viel zu lernen. In Wahrheit nur zu oft die Ansage, dass man in Personalunion Service, Küche und Spüle rocken soll – für ein einziges Gehalt.
Die besten Bewerber der Branche haben längst einen feinen Instinkt entwickelt und wittern schnell Etikettenschwindel. Wenn es nur nach einem doppelten Boden riecht – egal ob dieser existiert oder nicht – suchen sie ratzfatz das Weite. Das bedeutet nicht, dass wir keine flachen Hierarchien leben sollen, dass wir weniger dynamisch agieren dürfen oder nicht interdisziplinäre Rollen etablieren sollen. Das bedeutet, dass wir mit den Formulierungen in unseren hoffentlich dank Flatrate-Tarifen in Dauerpräsenz geschalteten Job-Inseraten achtsam umgehen müssen. Um nicht irrtümlich Bewerber abzuschrecken statt anzulocken.
